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Bonaparte

„Bonaparte“ ist ein weiterer Titel der Softwarechmiede enjoy Entertainment. Noch nie haben wir so gute Games gesehen, wie von diesen Jungs. Nach "Game Tycoon", diversen Mini-Spielen und einem genialen Schachspiel kommt nun also eine Art Wirtschaftssimulation. Na gut, Spaß bei Seite. Wir haben es testen müssen und ihr dürft nun nachlesen, warum uns der Titel noch weniger Spaß gemacht hat, als ein Glas voll Lebertran zu trinken.

Mitten in der Französischen Revolution
Habt ihr auch gut aufgepasst im Geschichtsunterricht? Das werden wir gleich einmal testen, denn "Bonaparte" spielt kurz nach der Herrschaft Napoleons. Dieser riss bekanntlich nach der Französischen Revolution und der schrecklichen Herrschaft der Guillotine die Macht in Frankreich an sich und behielt sie auch eine gewisse Zeit lang. Er ließ sich sogar zum französischen Kaiser krönen. Seine Macht verlor er aber, nachdem er 1812 den Winter und die Stärken Russlands unterschätzte und so seine Armee verloren ging. Gut, er kam kurze Zeit später noch einmal wieder und versuchte bei Waterloo seine Macht zurückzuerlangen, was ihm allerdings misslang und somit seine Zeit endgültig vorbei war.
Wie anfangs erwähnt, spielt "Bonaparte" genau in dieser Zeit. Ihr spielt nicht etwa den „großen“ Napoleon nach, sondern sollt als Herscher einer von insgesamt 5 Nationen (Russland, Frankreich, Östereich, Preußen und England) die eigene Nation an die Spitze des damaligen Europas führen. Dafür habt ihr ganz genau 70 Jahre Zeit. Monat für Monat zieht ins Land und Monate sind jeweils eine Runde. Ihr beginnt im Jahr 1789. Dort seid ihr ein absolutistischer Regent und müsst euer Volk durch Steuergeschenke oder große Bälle bei Laune halten.

Vereinfachtes Management
Gut, aus dem ganzen Szenario könnten erfahrene Entwickler viel machen, was in diesem Fall aber nicht unbedingt zutrifft. Das eigentliche Spiel beschränkt sich auf wenige Klicks pro Runde. Wollt ihr zum Beispiel euer Volk beeindrucken, könnt ihr große Paraden abhalten, die zwar teuer sind, aber dafür oft von Erfolg gekrönt sind. Wirtschaftlich könnt ihr auch einiges bewegen. So dürft ihr bestimmten Regionen Geld zuschiessen - Mächtig oder? Danach habt ihr so gut wie alles gemacht, was zu machen ist und ihr klickt auf weiter.
Kommen wir nun zum spannenden, dem militärischen Part. Ihr kämpft zu Land und zu Wasser. Fluggeräte sind nicht im Spiel enthalten, was, ausnahmsweise mal, geschichtlich korrekt ist. Eure Flotten oder Armeen können mit Soldaten oder neuen Schiffen vergrößert werden. Leider gibt es ein Einheitenlimit, so werdet ihr niemals die vielleicht gewünschte „Hammer-Armee“ besitzen. Ihr könnt sogar jemanden angreifen, dann geht es ab zu einer unschönen Schlacht. Erst wählt ihr eine von ganzen 4 (!) Taktiken aus, dann beginnt der Spaß, bis eine der Armeen vernichtet ist.
Wenn ihr nicht besonders „kriegsgeil“ seid, gibt es auch die Möglichkeit geschickt zu diplomatieren. So könnt ihr beispielsweise Bündnisse schließen oder auch einer feindlichen Nation den Krieg erklären. Vorher dürft ihr sie nämlich nicht angreifen. Zum Glück ist die KI strunzdumm, sodass ihr euch auf einen Krieg vorbereiten könnt, ehe ihr ihn beginnt. Das euch selbst der Krieg erklärt wird, kommt spontan eigentlich nicht vor.

Weitere „Features“
Kommen wir nocheinmal eben zum Volk. Dieses rebelliert nämlich, wenn ihr nicht nett zu den Menschen seid. Das kann sogar in einen Mordanschlag ausarten - Eine schwierige Zeit eben. Damit es nicht soweit kommt, müsst ihr dafür sorgen, dass das Volk durch einen möglichst geringen Steuersatz belastet wird und es auch sonst bei Laune halten. Durch Foschung könnt ihr zum Beispiel den Kommunismus erfinden, womit auch die untere Schicht des Volkes befriedigt wird.
Grafisch errinert „Bonaparte“ uns irgendwie an „Die Fugger 2". Nur, dass die „Fugger“ schon recht alt sind und heute wohl mit ihrer Grafik eher als Kult durchgehen würden. Wenn ihr aber heute so ein Spiel habt, könnt ihr eben nicht viel mehr erwarten als Spott. Unansehnliche Menüs begleiten euch durch die gesamte Spielzeit. Na gut, die Schlachten sind spektakulär - Könntet ihr so aber auch bei einer gepflegten Runde "Risiko" sehen. Viel mehr ist das sicher nicht.
Dafür ist der Sound beziehungsweise Soundtrack recht gut gelungen. Das Ganze passt nämlich recht gut zu der Zeit von damals. Sounds ansich gibt es allerdings keine.

Pro
- 5 verschiedene und spielbare Nationen
- Meist historisch korrekte Spielelemente
- Ordentlicher Multiplayer für bis zu 5 Spieler an einem PC (Hotseat-Modus)
- Passende Musik
- Guter Preis (Nur 14,95€)

Contra
- Einheitenlimit bei Armeen
- Kaum (taktische) Möglichkeiten
- Teils verwirrende Menüs
- Sehr schwache Grafik
- Kein Tutorial
- Armes Handbuch

Fazit
Schwierig. Geben wir "Bonaparte" eine durchschnittliche, schlechte oder auch eine sehr schlechte Wertung? Aus dem Szenario hätte man herrlich viel machen können. Leider ist das nicht geschehen und Publisher enjoy bleibt weiterhin an der Spitze in Sachen „Trash-Games“. Deshalb an dieser Stelle eine kleine Bitte: Wenn ihr nochmal so ein Spiel auf den Markt bringen wollt, überlegt euch vorher bitte ein ausgereifteres Konzept.

AUTOR: Jan F. (Flint) 24.05.2004, 21:26h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

netmin

enjoy

Deutsch

14,95€

1 CD

12

XP 2600+
GeForce 4 MX
512 MB RAM

GRAFIK:

 41%


SOUND:

 60%


GAMEPLAY:

 42%


GESAMT:

 48%

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