|
Nach zahlreichen Entwicklerwechseln und etlichen Verschiebungen ist „Counter Strike: Condition Zero“ nun endlich erschienen. Die Liste ist beachtlich: Ritual Entertainment, Valve, Gearbox Software und letztendlich die Turtle Rock Studios arbeiteten nacheinander beziehungsweise zusammen an diesem Projekt. Doch hat sich dies ausgezahlt und kann es den Anforderungen der vielen Fans unter euch gerecht werden, die der Vorgänger mit sich brachte? Wir verraten es euch nun, denn wir hatten diese auf den Singleplayer fokussierte Version des beliebtesten Online-Shooters „Counter Strike“ nun im Test.
Geniale Neuerungen? Trotz Versprechen wie neuen Waffenmodellen, frisch texturierten Maps oder Ähnlichem sind diese Neuerungen, wenn überhaupt vorhanden, so gut wie nicht erkennbar. „Condition Zero“ verfügt allerdings über einen umfangreichen Singleplayermodus, welcher Anfängern einen guten Einblick über die verschiedenen Maps liefert und ihnen einen guten Start ermöglicht. Nachdem ihr euch ein Profil erstellt habt, umfasst „Condition Zero“ 20 Missionen (die neuen Maps können natürlich auch für Internet-Spiele verwendet werden), die sich vom Anspruch her unterscheiden. Die einzelnen Missionen sind aber ebenso aufgebaut, wie das Multiplayer-Gaming im Internet beziehungsweise im LAN. Auch hier heißt es also Geiselrettungs- und Bombenentschärfungs-Missionen. Jedoch sind auch zusätzliche Aufgaben zu bewältigen, wie zum Beispiel die Runde in einer Zeit von 30 Sekunden abzuschließen. Leider könnt ihr „Counter Strike: Condition Zero“ nur aus der Sicht der sogenannten „Counter Terrorists“ spielen. Auch neu im Singleplayer-Modus ist jedoch das individuelle Zusammenstellen eures eigenen Teams. Die verschiedenen Bots unterscheiden sich in Vorgehensweise und in der Wahl ihrer Waffen, da jeder Bot eine Lieblingswaffe hat, welche er, falls möglich, in jeder Situation beziehungsweise Runde benutzt. So habt ihr die Möglichkeit euer Team nach euren Vorstellungen zusammenzustellen.
Ausgefeilte KI Am generellen Spielprinzip, welches wir jetzt bestimmt nicht noch weiter erläutern müssen, hat sich bis auf die eben genannten Neuerungen nichts verändert. Die Regeln gleichen der aktuellen „Counter Strike 1.6“-Version und weiterhin lautet die Devise: Kaufen, Schießen, Entführen oder Infiltrieren und schließlich wieder Kaufen. Die KI der Bots wurde allerdings im Vergleich zu den Vorgänger-Versionen bis auf einige Ausnahmen stark verbessert. Mit Hilfe der verschiedenen Schwierigkeitsstufen (Einfach, Normal, Schwer und Experte) könnt ihr euch individuell weiterentwickeln und eure Leistungen steigern. Für Spieler, die regelmäßig im Internet spielen, stellen derartige Bots kaum eine Herausforderung dar, doch solche Kommentare sollen den enormen Fortschritt nicht schmälern. Die Bots besitzen in „Counter Strike: Condition Zero“ nämlich zunehmend kürzere Reaktionszeiten und verhalten sich weitaus menschlicher, als in den Vorgänger-Versionen. Immerhin ist den (vielen) Entwicklern dieser Schritt gut gelungen.
So etwas will die Welt nicht sehen Wie eben schon erwähnt ist von neuen Waffenmodellen und frisch texturierten Maps so gut wie nichts zu spüren. Hier und da werdet ihr im Vergleich zu „Counter Strike 1.6“ schon ein paar neue Details vorfinden, das gesamte Gerüst basiert allerdings weiterhin auf der in die Jahre gekommenen „Half Life“-Engine und ist somit schon völlig veraltet. Am Sound hat sich allerdings wirklich nichts verändert, was aber eigentlich nicht weiter schlimm ist, denn dieser war schon in der Vorgänger-Versionen solide und ist es nun auch geblieben. Ein besonderes Special ist allerdings die enthaltene „Half Life 2“-Video CD, die euch sehr schmackhaft zeigt, wie vielleicht „Counter Strike 2“ aussehen könnte. Allerdings solltet ihr nichts überstürzen und erst einmal das Spiel herauskommen lassen, denn „Counter Strike“ war ja anfangs auch „nur“ ein Fan-Projekt.
Pro - Kleine Verbesserungen - Ein paar neue Maps und Features - Recht intelligente KI - Immer noch hoher Suchtfaktor - Optimal für Einsteiger unter euch - “Half Life 2”-Bonus CD mitgeliefert
Contra - Kaum Neuerungen - Völlig veraltete Grafik - Eintönige Missionsziele - Auf Dauer wird der Singleplayer langweilig - Keine Story, die für ein Singleplayer-Spiel mittlerweile Pflicht ist - Wo sind die restlichen versprochenen Features?
Fazit „Condition Zero“ ist der Singleplayer-Teil der „Counter Strike“-Reihe. Für Anfänger ein geniales Mittel, um Maps kennenzulernen und sich mit dem Spiel zurechtzufinden. Jedoch stellt es für die Kenner unter euch überhaupt keine Herausforderung dar. Lediglich der immernoch vorhandene Suchtfaktor kann über die miese Technik und den schwächelnden Inhalt hinwegtäuschen.
AUTOR: Thorsten 22.04.2004, 23:55h
|