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„Dragon Throne“ von den Entwicklern von Strategy First und Publisher Modern Games konzentriert sich auf die Ereignisse im alten China und bringt somit wieder einmal ein noch recht unverbrauchtes Szenario auf den PC. Dabei geht es um den Krieg verschiedener Heerführer, die sich mit ihren vielen Einheiten gegenseitig an den Kragen gehen. Generell baut sich das Spiel ähnlich wie das bereits vor längerer Zeit erschienene „Three Kingdoms“ auf. Ob es nun wichtige Unterschiede zu letztgenannten Spiel gibt oder ob es letztendlich doch nur ein billiger Abklatsch ist, erfahrt ihr bei uns im nachfolgenden Review.
Ein Spiel auf Literatur-Basis „Dragon Throne“ basiert auf dem bekannten Roman „Romanze Der 3 Königreiche“, der im 14. Jahrhundert verfasst worden ist. Dabei dreht sich alles um die Ereignisse dieser chinesischen Mittelalter-Zeit, die sich meist, wie schon gesagt, auf Kriege vieler Heerführer beziehen. Manche von euch mögen verwirrt sein, wenn ihr die Packung öffnet und anstatt eines Handbuchs eine Art Geschichtsbuch vorliegt. Dieses Beiheft dient zum besseren Verstehen beim Spielen der Kampagnen, welche durch 3 Königreiche und verschiedene Epochen leitet und ein Hintergrundwissen über derartige Geschehnisse vermittelt. Gemeinsam mit diesem nett gemachten Beiheft, führen euch einige Text-Zwischensequenzen wie in „Age Of Empires“ in die Story beziehungsweise die zugehörige Kampagne ein. Habt ihr diesen Punkt des Spiels verstanden, so könnt ihr euch an das richtig wichtige wagen: Nämlich die Steuerung. Das Tutorial wird Anfänger unter euch hierbei nicht wirklich Abhilfe schaffen, denn es wird wirklich nur Grundlegendes erklärt, wodurch natürlich vieles ungeklärt bleibt. Vor allem, da es in „Dragon Throne“ teilweise sehr komplexe Menü-Strukturen gibt, hätten die Entwickler an dieser Einführung noch Hand anlegen sollen.
Hochglanz-Spiel über das alte China? Habt ihr euch mit den Anfangsschwierigkeiten abgefunden, so erwarten euch 3 verschiedene Kampagnen mit jeweils 7 Missionen, die je einem Heerführer zugekürt werden. Interessant ist, dass jede Mission mit bis zu 3 Maps aufgebaut ist, auf die ihr über den Betritt bestimmter Gebäude gelangt. Einerseits innovativ und abwechlungsreich wird euch dieses Feature vor allem auf die Nerven gehen, wenn es darum geht, einen bestimmten „Rest-Gegner“ auf diesen verschiedenen Maps aufzusuchen. „Dragon Throne“ ist ein Spiel aus dem Genre der 2D-Echtzeit-Strategie und somit einer starken Konkurrenz ausgesetzt. Jedoch sollte es möglich sein, sich auch mit Kontrahenten wie „Age of Empires“, „Against Rome“ oder ähnlichen Spielen zu messen, die ja bekanntlich Maßstäbe in diesem Genre gesetzt haben. So werden in „Dragon Throne“ durch Umgebung und Sound starke Akzente auf das örtliche Gebiet aufgezeigt. Es sind neben dem typischen Basis- und Einheitenbau viele Elemente von den „Idolen“ enthalten, jedoch wurde auch neuartiges von den Entwicklern von Strategy First in das Spiel miteingebracht. Durch eine Vielzahl an Rohstoffen, Gebäuden und vielem mehr werden euch Spielern unterschiedliche Möglichkeit gelassen, euch individuell in das Spiel einzufühlen und Taktiken zu entwickeln. Dabei werdet ihr am Anfang immer wieder neue (altbekannte) Features im Spiel-Interface entdecken, die euch sicherlich dazu animieren werden, weitere Strategien zu entwickeln. Unter anderem gibt es ein Ehrfahrungsmodell für einzelne Einheiten, die Veteranen aus ihnen machen. Auch relativ neuartig ist, dass alle Einheiten durch Arbeiter gebildet werden und auch wiederum in Friedenszeiten zu ihnen degradiert werden können, um Wirtschaft und Basemanagement voranzutreiben. Ebenso werden alle anderen wichtigen Tätigkeiten von den sogenannten Peasants übernommen. Zu denen zählen beispielsweise der Koch oder der Bauer, die Ressourcen für den Krieg sammeln beziehungsweise herstellen. Negativ ist aufgefallen, dass das Gameplay an sich viel zu schnell ist, sodass ihr euch in den Massenschlachten teilweise gar nicht auf Spezialfähigkeiten und –möglichkeiten konzentrieren könnt.
Grafik aus dem 14. Jahrhundert... Neben der eher miserablen KI ist die Grafik eine negative Erscheinung bei „Dragon Throne“. Sie bietet keinerlei Neuheiten und es ist schwer zu sagen, ob das Spiel Veränderungen zu „Age Of Empires“ oder dem direkten Konkurrenten „Three Kingdoms“ mitgemacht hat. Neben dem 2D-Gerüst gibt es vielleicht den ein oder anderen netten Effekt, wobei es das auch schon wieder war. Die Charaktermodelle, Texturen und Umgebungen (ausgenommen Gebäude) sehen nämlich nicht gerade einladend aus. Insgesamt solltet ihr euch dadurch allerdings auch nicht zu sehr abschrecken lassen, da die Grafik im Strategie-Genre im Gegensatz zu anderen eher eine nebensächliche Rolle spielt. Der Sound hätte hier eigentlich schon wesentlich besser aussehen können, denn die wunderbaren chinesischen Klänge animieren einfach zum weiterspielen. Aber wäre da nicht diese völlig misslungene Sprachausgabe...
Pro - Viele innovative Spielelemente - Guter Soundtrack - 3 Kampagnen mit jeweils 7 Missionen - Multiplayer für 2-8 Spieler im LAN und Internet - Ordentliche und recht unverbrauchte Story, die auf dem Roman “Romanze Der 3 Königreiche” basiert - Komplexes Interface - Recht billiger Preis (Nur knapp 30€)
Contra - Schwache Grafik - Tutorial und Handbuch eher für Story-, als für Spielverständnis gut - Miserable Sprachausgabe - Schlimme KI - Alles recht einseitig - Insgesamt zu schnelles Gameplay
Fazit „Dragon Throne“ überrascht mit einer Vielzahl an Möglichkeiten zur Gestaltung des Spiels und einem passenden Sound (ausgenommen Sprachausgabe) und Umgebung zum chinesischen Mittelalter. Jedoch wird der Spielspaß durch die angestaubte Grafik, das zu hektische Gameplay und die blöde KI leicht gehemmt. Insgesamt können wir sagen, dass sich „Dragon Throne“ nur im mittleren Drittel der Echtzeitstrategie platzieren kann.
AUTOR: Thorsten 07.04.2004, 23:09h
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