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Nach dem wahnsinnigen Erfolg von „Battlefield 1942“ und „Battlefield Vietnam“ ist es kein Wunder, dass andere Entwickler den Jungs von DICE Paroli bieten wollen. Diesen Schritt hat nun Novalogic (unter anderem bekannt durch die „Commanche“- und „Delta Force“-Reihe) mit einem ähnlichen Online-Taktik-Shooter namens „Joint Operations: Typhoon Rising“ gewagt. Dieser Titel hat nicht nur viele Ähnlichkeiten zur besagten „Battlefield“-Reihe zu bieten, sondern bringt auch viele frische Ideen in das derzeit sehr beliebte Genre. Bereits im Vorfeld wurde viel darüber berichtet und auch wir zeigten uns in unserem First Facts-Bericht enthusiastisch. Welcher Titel nun aber letztendlich besser abschneidet und was „Joint Operations“ wirklich zu bieten hat, erfahrt ihr nun in unserem Review, denn wir haben uns das Spiel genauer angesehen. Publisher Electronic Arts kann es übrigens mehr oder weniger egal sein, da der weltweite „Riese“ beide Spiele im Vertrieb hat...
Das krisengeschüttelte Chaos In „Joint Operations: Typhoon Rising“ kämpft ihr im Jahre 2006 in der Rolle eines Soldaten mit fast allen Mitteln in einem fiktiven Konflikt in Indonesien, der durch eine rebellische und militärische Partei entstanden ist, welche vor einiger Zeit die Demokratie im vom Krisen geschüttelten Land verdrängt hat. Um die unschuldigen Bewohner Indonesiens vor den Rebellen zu schützen und zu unterstützen, haben die Regierungen der Welt eine einmalige Spezialeinheit geschaffen, die sich aus ausgebildeten Kräften aus Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien, Russland oder auch Deutschland zusammensetzt. Euer Job ist es, das verbleibende indonesische Militär beim Vorgang gegen die Rebellen zu unterstützen, um wieder Frieden, Freiheit und Demokratie im Land herzustellen.
Der „Aha“-Effekt Anders als zunächst erwartet und verkündet, ist „Joint Operations: Typhoon Rising“ eigentlich „nur“ ein reines Online-Spiel geworden. Das Einzige, was den Singleplayermodus ausmacht, sind ein paar Trainingsmissionen, die sich „Battlefield“- beziehungsweise „Black Hawk Down“-Kenner unter euch noch nicht einmal anschauen müssen. Den Fokus haben die Entwickler von Novalogic also anders als bei der „Delta Force“-Reihe deutlich auf den Multiplayer gelegt, der übrigens in Sachen Server, Spiele et cetera wieder einmal komplett über die sogenannte „Novaworld“ verwalten wird, die in letzter Zeit nicht unbedingt wegen Souveränität in die Schlagzeilen geriet. Interessant ist, dass ihr euch dafür sowohl auf die Seite der Rebellen, als auch auf die der Alliierten schlagen dürft. Beide bestehen generell aus fünf verschiedenen Spielern/Soldaten: Den Gewehrschützen, den Kanonieren, Den Pionieren, den Scharfschützen und den Sanitätern. Die beiden erstgenannten Einheiten bilden aufgrund ihrer „Allround“-Fähigkeiten der Kern eines jeden Teams, ohne jenes ihr in „Joint Operations“ nicht auskommt, da ihr einen sehr großen Wert auf die Teamarbeit legen müsst. Die Sanitäter spielen eine ebenfalls wichtige Rolle, denn sie können andere Soldaten verarzten und gegebenfalls sogar wiederbeleben. Zu guter letzt gibt es noch die Ingeneure und Scharfschützen, welche bestimmte Ziele dem Namen nach auf Entfernung zerstören beziehungsweise töten können. Für eine erfolgreiche Schlacht ist es logischerweise wichtig, eine gesunde Balance zwischen den verschiedenen Charakteren zu finden, welche ihr übrigens auch individuell für euch einstellen könnt: Neben Namen könnt ihr beispielsweise auch die Stimmen und das Outfit von ihnen verändern.
Ihr seid nicht alleine Ähnlich wie bei „Battlefield“, aber anders als bei „Black Hawk Down“ könnt ihr in „Joint Operations“ auch die Kontrolle von über 20 Vehikeln zu Land, zu Luft und zu See übernehmen. Dabei haben beide Parteien ähnlich wie bei den unzähligen Waffen ihre eigenen Gefährte, die euch Vor- und Nachteile bringen können, aber sehr gut ausbalanciert sind. Die Fahrzeuge reichen von einfachen Gummischlauchbooten über amphibische Panzer bis hin zu klassischen „Black Hawk“-Helikoptern. Genau wie zu Fuß ist die Steuerung simpel, aber dennoch geschickt gehalten, sodass ihr keine Probleme haben solltet, eure gewünschten Manöver durchzuführen. Kommen wir nun zum Herz des Spiels, den vier verschiedenen Modi, die den Multiplayer ausmachen: So gibt es neben den klassischen Modi „Team Deathmatch“ und „Team King Of The Hill“ auch den sogenannten „Advance & Secure“-Modus (zu Deutsch: Vorrücken und Sichern) und auch einen CoOp-Modus (Kooperationsmodus), in dem ihr gemeinsam die vorhandenen Missionen bestreitet. Das Wahnsinnige daran ist, dass ihr die Schlachten im Multiplayer mit bis zu 150 (!) menschlichen Spielern auf einem Server bestreiten könnt, was bisher in keinem anderen Spiel dieser Art möglich war. Zudem haben fast alle der gut 30 mitgelieferten Maps über 50km² (!) „echte“ Fläche, sodass den „realistischen Kriegen“ fast kein Ende gesetzt wird. Dies kann aber nicht nur Vorteile haben, was euch vor allem am Anfang auffallen wird. So kann die Übersichtlichkeit zum Beispiel desöfteren verloren gehen, denn es kann durchaus vorkommen, dass sich mehrere Dutzend Spieler an einem Fleck tummeln und ihr nicht mehr unterscheiden könnt, wer zu euch gehört und wer eben nicht. Neben vielen Interaktionsmöglichkeiten kann der Spielverlauf übrigens auch automatisch verändert werden. Dies kann beispielsweise durch den flüssigen Tag- und Nachtwechsel geschehen, den ihr auf fast jeder Map erleben könnt. Durch die völlig andere Ansicht und die neuen Möglichkeiten (Nachtsichtgerät et cetera) habt ihr quasi immer wieder völlig neue Herausforderungen vor euch.
Willkommen im Dschungel Die Grafik von „Joint Operations: Typhoon Rising“ ist eindrucksvoll: Die riesigen Areale protzen nur so vor Details und vor allem die Wasser-, Licht-, Schatten- und Explosionseffekte sind ein Schmaus für eure Augen. Auch Himmel und Weitsicht sind in diesem Bereich eine Klasse für sich, es wirkt alles wie eine Mischung aus „Battlefield: Vietnam“, „Vietcong“, „Black Hawk Down“ und „Far Cry“. Die dichte und gut texturierte Vegetation unterstützt zudem die Atmosphäre und die Menge an Details, welche das Spiel zusammen mit den wundervollen Charakter- und Fahrzeugmodellen von anderen abhebt. Erwähnenswert ist auch, dass sich das Spiel für wirklich jeden PC jenseits der 1,2GHz-Grenze optimieren lässt und auch mit niedrigen Einstellungen immernoch hübsch aussieht. Auch der Sound im Spiel geht OK und kann unter anderem durch gelungene Dolby Surround-Unterstützung glänzen. Vor allem die Effekte wissen immer wieder zu überzeugen und klingen extrem realistisch. Schade ist lediglich, dass das Spiel keinen wirklichen Soundtrack wie etwa „Battlefield“ besitzt. Desweiteren erwartet euch auch keine deutsche Sprachausgabe, da das Spiel nicht komplett für unseren Markt lokalisiert wurde. Lediglich Handbuch und Verpackung sind sozusagen „eingedeutscht“, was sicherlich unterschiedliche Meinungen bei euch hervorruft.
Pro - Recht innovatives Szenario - Einige frische Gameplayelemente - Zwei spielbare Parteien, die unterschiedliche Taktiken erfordern - Über 20 spielbare Vehikel - Riesiges Waffenarsenal - Gute Balance - Optimal abgestimmte und leicht erlernbare Steuerung - Vier verschiedene Multiplayermodi für bis zu 150 (!) Spieler auf einem Server - Riesige Areale mit unheimlicher Detailfülle - Nette Grafik- und Soundeffekte - Viele Einstellungsmöglichkeiten, die den Titel an (fast) jeden PC anpassen lassen - Mitgelieferte Tastaturschablone zum Erlernen von wichtigen Hotkeys
Contra - Keine zusammenhängenden Maps und eher nebensächliche Story - Trainingsmissionen stellen den ganzen Singleplayer dar - Einige Bugs, die aber nach und nach mit Patches behoben wurden/werden - Keine Lokalisierung des eigentlichen Spiels - Recht lange Ladezeiten
Fazit Unserer Meinung nach hat „Joint Operations: Typhoon Rising“ den Genrethron erobert und sich somit erfolgreich gegen die „Battlefield“-Reihe durchgesetzt. Die wundervolle Technik, die frischen Gameplayelemente und vor allem die Erfahrungen, die bei diesem Titel immer wieder einzigartig sind, verhelfen zu diesem großen Erfolg. Allerdings hat das Spiel nicht nur positive Seiten, weshalb es auch knapp unseren TopGame-Award verfehlt, denn ein Singleplayer sollte zum Beispiel schon dabei sein - Egal ob es nur wenige Missionen sind, Hauptsache diejenigen mit langsamer Internetanbindung unter euch hätten auch eine andere Beschäftigung mit dem Spiel. Dem ist aber leider nicht der Fall, sodass wir letztendlich nur noch „Schade“ sagen können...
AUTOR: Carsten 28.09.2004, 22:43h
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