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In der Original-PC-Umsetzung des 2000 erschienen Brettspiels „Kardinal & König“, das von Michael Schacht erfunden wurde, spielt ihr entweder im Single- oder Multiplayer über LAN oder Internet auf einer 3D-Landschaft. Auf dieser müsst ihr geschickt und vorausplanend Klöster bauen und Räte bilden, wobei ihr mit 9 verschiedenen Ländern agieren könnt. Unter anderem sind dies Länder wie Italien oder England. Mitgeliefert werden in dieser PC-Version von den Spezialisten von Dartmoor Softworks außerdem die beiden Erweiterungen „Der Vatikan“ und „Handelsstraßen“. Aber ob es jetzt im Gesamten eine gute oder eher dürftige Umsetzung des mehrfach für Preise nominierten Brettspielklassikers geworden ist, erfahrt ihr in unserem Review.
Aller Anfang ist leicht Wie es bei den meisten Brettspielen von Dartmoor Softworks der Fall ist, gibt es auch in „Kardinal & König“ ein Tutorial, um euch das Spiel näher zu bringen. Dies ist den Entwicklern durchaus gut gelungen und sie haben es auch geschafft, das Tutorial so kurz und unterhaltsam zu halten, dass es euch während der Erklärungen keineswegs langweilig wird. Dies liegt vor allem daran, dass die Erklärungen alle mit einer gelungenen Sprachausgabe versehen sind, so dass ihr nicht gezwungen seid, alles zu lesen, was euch natürlich auch viel Anstrengung erspart. Und Dank der guten Einführung könnt ihr euch auch schon nach kürzester Zeit gegen 2-4 Computerspieler antreten. Zu bemängeln ist allerdings, dass es für die schon angesprochenen Erweiterungen keine „Weiterbildung“ gibt.
Von Stümper bis Meister Bevor ihr allerdings euer erstes Spiel gegen den Computer beginnen könnt, müsst ihr erst dessen Schwierigkeitsgrad und euren Namen und natürlich auch die der PC-Gegner wählen. Die Schwierigkeitsgrade fangen bei Stümper an und ziehen sich über Anfänger, Amateur und Profi bis hin zum Meister. Diese sind zwar vom Aufsteigen der Schwierigkeit her sehr gut balanciert, jedoch am Anfang sehr schwer, da die Schwierigkeitsgrade für Anfänger unter euch von Grund auf sehr schwer geschaltet sind. Jedoch ist dies nach einer Zeit nur ein Ansporn, da ihr selbst als totaler Amateur in der ersten Schwierigkeitsstufe nach 2-3 Spielen schon reelle Chancen habt. Trotz allem reagiert die KI immer schlau und wirkt teilweise fast schon wie ein menschlicher Gegner.
Klöster und Räte Im Spiel an sich ist es das Ziel durch das Erbauen von Klöstern und dem Bilden von Räten in den 9 verschiedenen Ländern möglichst viele Punkte zu erringen. Zusatzpunkte gibt es für sogenannte Ketten, welche erreicht sind, sobald ihr 4 oder mehr Klöster in einer Reihe erbaut habt. Klöster oder Räte könnt ihr bauen, indem ihr die entsprechende Karte für das jeweilige Land ausspielt. Danach zieht ihr wieder Karten vom Kartenstapel nach, um eure „Hand“ wieder aufzufüllen. Sobald der Nachzug-Stapel leer gezogen ist, ist die 1 von 2 Runden vorbei und es wird zum ersten Mal gewertet, wobei vorerst nur die Klöster miteinbezogen werden. Ihr bekommt Punkte, indem ihr die meisten Klöster in einem Land habt. Die zweite Runde läuft, bis auf die Auswertung, genau so ab wie die Erste, denn bei der Auswertung werden nun auch die Räte und die Ketten berücksichtigt. Der Spieler, der die längste Kette hat, bekommt Extrapunkte und bei den Räten funktioniert es folgendermaßen: Ihr bekommt Punkte, wenn ihr die meißten Räte in 2 verbündeten Ländern hat. Also läuft die Wertung wie bei den Klostern - Nur eben Länder-übergreifend.
Mittelalterliche Untermalung? Die Hintergrundmusik und die Effekte in „Kardinal & König“ sind mehr als gelungen. Durch sie wird ein atmosphärischer Effekt erzeugt und natürlich wird das Spiel dadurch auch unterhaltsamer. Das Einzige wirklich schlimme Manko bei „Kardinal & König“ ist die eher dürftige Grafik, die bei anderen Umsetzungen von Dartmoor Softworks auch schon besser aussah. Die 3D-Landkarte ist zwar aus vielen Kamera-Perspektiven betrachtbar, jedoch ist sie von nahem eher pixelig und die Animation bei den Auswertungen der Runden sind auch nicht so berauschend und übersichtlich.
Pro - Gut verständliches Tutorial hilft zum schnellen Einstieg - Insgesamt gelungene Brettspiel-Umsetzung - Stimmungsvoller Sound - Gute Abstimmung der Schwierigkeitsgrade - Erweiterungen mitgeliefert - Kein Vollpreis (Nur knapp 26€)
Contra - Dürftige Grafik - Kein Handbuch - Einführungen für die Erweiterungen fehlen
Fazit “Kardinal & König” ist alles in allem wieder eine gelungene Brettspielumsetzung der Dartmoor Softworks, dieses Mal allerdings mit sehr gutem Tutorial (was aber für die Erweiterungen fehlt) und dürftiger Grafik. Aufgrund des guten Sounds und der ebenfalls gelungenen KI kann sich das Spiel aber trotzdem von der aktuellen Brettspiel-Flut absetzen.
AUTOR: Felix 25.02.2004, 22:36h
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