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Angriff auf Electronic Arts: Da hat sich JoWooD einiges vorgenommen. Die Jungs aus dem östereichischem Lande wollen zusammen mit dem Entwicklerteam von Wings Simulations endlich einen neuen König auf dem Online-Taktik-Shooter-Thron sehen. Dieser soll am besten noch "Söldner: Secret Wars" heißen. Ob das mit dem fiktiven Kriegsszenario und den angeblich vielen Innovationen gelungen ist? Das werden wir nun in unserem Test klären.
Blitzstart Als das Game bei uns „reinflatterte“, kam auch gleich die erste Freude: Die Verpackung ist sehr schön geworden. Auf etwas grellem Weiß sind einige Screenshots zu sehen, die durchaus Lust auf mehr machen. Außerdem ist eine coole Kette enthalten, auf der der CD-Key steht - Nette Idee. Aber starten wir lieber einmal die Installation. Nachdem diese abgeschlossen ist, geht es rein in das Spiel, doch halt: Vor dem ersten Ausprobieren muss erst einmal ein auf die eigenen Bedürfnisse angepasster Söldner erstellt werden. Bis zu 60.000 (!) verschiedene Outfits sollen so möglich sein. Neben verschiedenen Gesichtern, Hüten, Jacken und mehr gibt es auch diverse Brillen und sonstige Accessoires. Nun aber gleich zu dem Feature, was "Söldner" definitiv von gewöhnlichen Team-Shootern abhebt: Dem Commander-Modus. Ein Commander wird im Multiplayer-Modus von den verschiedenen Spielern gewählt. Er hat, ähnlich wie bei einem Strategietitel, eine Satelietenkarte, auf dem er eigene Truppen genauso wie feindliche Truppen sehen kann. Von dort aus, kann er den eigenen Truppen Befehle wie zum Beispiel "Vorrücken", „Deckung“ etc. geben. Der Spieler bekommt das dann akustisch wie visuell vorgetragen. Natürlich muss er nicht auf den Commander hören, sollte es aber tun. So wird vermieden, dass er plötzlich ohne Team kämpfen muss. So wird insbesondere das Teamplay sehr schön gefördert. Auf Public-Servern etwas gewöhnungsbedürftig, da es ab und zu mal vorkommt, dass dieses Feature von diversen Leuten missbraucht wird. Spaß machen dürfte das Ganze aber in Sachen „Clan-Gaming“.
Ein Bericht von (un-)nützlichen Dingen "Söldner: Secret Wars" ist direkt für Multiplayer-Gefechte ausgelegt. Das ist schnell zu merken, wenn ihr euch in den Singleplayer-Modus begiebt. Den könntet ihr als kleines Tutorial bezeichnen. Ihr startet in eurem Camp, allein, verlassen. Um das zu ändern geht es blitzschnell an den nächstgelegenen Computer. Dort habt ihr Auswahl zwischen diversen Missionen. Diese sind nicht sehr spektakulär, neben dem klassischen "Search & Destroy"-Verfahren ist eigentlich keine große Abwechslung geboten. Dafür werden so lange Missionen für euch generiert, bis ihr wirklich keine Lust mehr habt. Aber wir wollten es ja ändern so allein zu sein. Also wird eine "Rescue"-Mission übernommen, was heißt, dass ihr eine Geisel befreien sollt. Hin und wieder kommt es vor, dass die Geisel so froh über ihre Rettung ist, dass sie sich kurzerhand euch anschließt. Euer neuer Söldner taucht nach der Mission dann auch in eurem Basiscamp auf. Die Missionen erledigt ihr immer für eine von mehreren Fraktionen. Dazu gehören zum Beispiel China und die USA. Je nachdem, für wen ihr eine Mission schafft, ändert sich auch euer Ansehen bei den anderen Ländern. Nun aber zum Missionsablauf: Nachdem ihr euch mit Hilfe des Computers für eine Mission entschieden habt, bekommt ihr einige Infos zu dergleichen. „Was ist das Ziel?“, „Was bekomme ich für die Erfüllung?“ und so weiter. Danach kommt ihr in das Zielgebiet und das Lager eurer Partei. In diesem Lager stehen verschiedene Behälter, in denen sich euer verfügbares Waffenarsenal befindet. Am Anfang der "dynamischen" Kampangne sind nämlich nur ein paar Waffen sowie Fahrzeuge vorhanden. Mit denen solltet ihr auch aushalten. Für jedes zerstörte Fahrzeug, welches einmal euch gehörte, bekommt ihr nämlich keinen Ersatz, außer ihr habt die Mission bestanden und befindet euch bereits in der nächsten. Habt ihr euch sowie euer Team (falls vorhanden) ausgerüstet, kann es losgehen. Im Singleplayer seid ihr der Commander, so müsst ihr eurem Team Befehle geben. Wohin soll es gehen? Ohne Befehle werden sich eure Leute nämlich definitiv nicht bewegen. Die Bot-KI ist nämlich gelindert gesagt „grottig“ - Als sie uns beim 7. Mal überfahren haben, haben wir aufgehört mitzuzählen. Nachdem ihr euer Ziel erreicht habt, müsst ihr zurück zu eurem Basiscamp fahren. Cutscenes oder Ähnliches werdet ihr vergenems sicjem. Wie gesagt, der Singleplayer ist eher eine Art Tutorial. Vielleicht hilft hier das bereits angekündigte ein Add-On nach...
Das wirklich Wichtige Nun zum Hauptteil des Spiels, dem Multiplayer-Modus. 8 verschiedene Modi stehen euch zur Auswahl. Neben den standarisierten Deathmatch und Team-Deathmatch gibt es bei „Söldner: Secret Wars“ auch Eroberung, Flagge stehlen, Bombe legen, Geisel befreien, Extraktion und "Auto" klauen. Nachdem ihr euch via "Wingsnet" eingeloggt und einen passenden Server gefunden habt, geht es darum, euch Waffen zu kaufen. Dieses Mal habt ihr aber nicht schon eine bestimmte Anzahl an Waffen in euren "Kisten", sondern müsst Credits ausgeben um die passenden Waffen zu kaufen. Dort wird noch einmal zwischen Teamkonto und eurem eigenen Konto unterschieden. Wollt ihr zum Beispiel etwas teures Kaufen und könnt es nicht bezahlen, gibt es noch das Teamkonto. Allerdings könnt ihr euch bei diesem Punkt nicht bedienen, wie ihr möchtet. Es muss vorher quasi ein "Antrag" gestellt werden, der vom jeweiligen Commander bewilligt werden muss. Dann kann es aber auch schon losgehen. Wie oben bereits erwähnt, solltet ihr euch stets an die Befehle des Commanders halten. Ansonsten ist alles ähnlich wie im Singleplayer, nur, dass die Gegner wesentlich schlauer geworden sind. Ganz wie bei anderen Genre-Konkurenten bekommt ihr mehr Geld, wenn ihr mehr Gegner tötet. Genauso wird euer Teamkonto prall gefüllt werden, wenn ihr möglichst schnell, möglichst viele Gegner "vernichtet".
Hin und her Technisch macht "Söldner" vieles richtig, aber auch ein paar Fehler. Fangen wir mit den Fehlern an: So ist die Grafik insgesamt zwar sehr gelungen, die Texturen hingegen größtenteils schlecht bis sehr schlecht. Zu verwaschen und ungenau sind sie geworden. Hinzu kommt noch, dass Häuser bis auf ganz wenige Ausnahmen komplett leergeräumt sind. Hier hätten die Entwickler doch wenigstens den einen oder anderen Versage-Tisch springen lassen können. Genug rumgejault, kommen wir nun zu den wirklich guten Dingen. Da hätten wir zum Beispiel die enorme Weitsicht. Selbst ein "Gothic" beginnt dort zu staunen. Außerdem könnt ihr die Steuerung für einen so komplexen Titel als durchaus gelungen bezeichnen. Sämtliche wichtigen Knöpfe sind innerhalb von kürzester Zeit gemerkt. Genial ist auch die Möglichkeit alles, wirklich alles komplett in Schutt und Asche zu verwandeln. Mit einem Panzer lassen sich so schnell ganze Dörfer, Wälder oder Wiesen in ein vom Krieg gezeichneten Schauplatz verwandeln. Der Sound ist allerdings nur Mittelmaß. Fahrzeuge hören sich teilweise an, als hättet ihr sie selbstständig mit einem kleinen Diktiergerät aufgenommen.
Pro - Einige nette und frische Features wie beispielsweise der Commandermode - Gelungene Steuerung bei Ego- oder 3rd Person-Perspektive - Ordentliche Grafik mit grandioser Weitsicht - Komplett zerstörbare Objekte - Komplexe Charaktererstellung - Viele Waffen und Vehikel - Extrem spaßiger Multiplayer-Modus für bis zu 32 beziehungsweise 128 (!) Spieler auf einem Server
Contra - Vernachlässigter Singleplayer-Modus - Schwache Texturen - Leblose Landschaften - Eher nerviger Sound - Unbrauchbare Story - Teils unstabiles „Wingsnet“
Fazit Uns hat "Söldner" schon gefallen, aber die Entwickler haben viel Potenzial verschenkt. Einen neuen Genre-König haben wir nicht, dafür aber einen teilweise innovativen und mit guten Ideen gespickten Team-Shooter, der sich von anderen abhebt und dadurch seinen Kauf wert wird. Hätten sich die Verantwortlichen doch nur ein paar Tage mehr Zeit für den Betatest genommen, um zum Beispiel das "WingsNet" stabiler zu bekommen oder ein paar Stühle und Tische in die Häuser eingebaut. Wings Simulations hätte "Söldner" im Detail einfach stärker „klotzen statt kleckern“ lassen, denn so wäre ein neuer König geboren. Schade!
AUTOR: Jan F. (Flint) 22.06.2004, 23:53h
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